Wie man an meinem Avatar sehen kann, habe ich einen Pick-Up gekauft - somit also ins Reich der freien Importeure / Graubeschaffer usw. eingestiegen.
Prinzipiell neige ich sehr stark dazu vor Ort mein Geld zu lassen um im Anschluss auch einen kompetenten Ansprechpartner zu haben.
Exakt bei diesem Punkt waren meine Erfahrungen mit Lada-Deutschland von geradezu vernichtend schlechten Erfahrungen geprägt. Man könnte fast glauben, daß es sich um aktive Geschäftsverhinderung handeln würde.
Was mich nun auch direkt zu einem regelrecht kuriosen Punkt führt.
Das Lada-Netz ist derart dünn, daß es sowieso i.d.R. einen nennenswerten Weg ausmacht um zu einem "echten" Ladahändler zu gelangen - das ist im Vergleich zu einem "Grauen" ein gravierender Nachteil. Dazu unter Garantie später mehr.
Zu den Importeuren / Vermittlern usw. ist auf jeden Fall folgendes anzumerken: Ein seriöser Grauer kostet nahezu den gleichen Betrag wie ein offizieller über Lada-Deutschland. Wer hier noch gravierende Preisunterschiede erwartet kann es getrost vergessen. Es gibt natürlich auch Angebote mit enormen Preisunterschieden - bei diesen sind folgende Punkte zu beachten. Sind ALLE Nebenkosten enthalten, eine gründliche Durchsicht gemacht UND gibt es deutsche Fahrzeugpapiere dazu?! Wenn jemand Lada als Re-Import vermarktet kann es durchaus sein, daß der vom anliefernden LKW abgeladen wurde und dem Kunden vollkommen ungeprüft ausgehändigt wird - von so einem Schwachsinn unbedingt die Finger lassen! Das ist bei einem Standardweltfahrzeug wie einem Hyundai oder ähnlichem völlig egal, bei einem Lada sollte immer und unter allen Umständen eine DÙRCHSICHT von jemandem vorgenommen werden der sich mit dieser Art Fahrzeug auskennt.
Wenn man dann den Aufwand bewertet, dann kostet der importierte nahezu den gleichen Betrag wie der "offizielle".
Garantie: Hier wird es wirklich witzig - die LADA-Garantie ist natürlich toll und wenn man wegen jedem Glühbirnchen vorstellig werden will natürlich unbedingt von Nöten.
Die seriösen Importeure bieten ebenfalls eine Garantie - eben über einen Drittanbieter in Form einer Versicherung.
Wenn man aber nun mal das Ganze auf den Punkt reduziert - wofür brauche ich eine Garantie?!
Eigentlich um kapitale Schäden abgesichert zu wissen - für den Kleinkram ist die unterm Strich unnötig. Das wirklich WICHTIGE deckt sowohl die externe als auch die Lada-Garantie ab.
Die externen Garantien sind bei weitem nicht soooooo schlecht wie sie dargestellt werden - vorallem sind sie in einem Punkt sogar deutlich besser als das Original.
Man hat mit dieser Variante die absolute Freiheit hinsichtlich der Werkstätten und ist nicht an Lada-Vertragspartner gebunden. Gerade bei dem äußerst dünnen Netz von Ladapartner ist das durchaus ein Vorteil. Sind wir doch mal ehrlich - das ist ein MECHANIKERauto und kein High-Tech-Bolide mit eingebautem Großrechner. Das Ding ist bei Hinterhofschraubern und Landwirtschaftstechnikern bestens aufgehoben - davon gibt es weit mehr als wirklich interessierte und kompetente Lada-Händler. Das Geschiss um die Einhaltung der Wartungsintervalle ist bei beiden Varianten identisch; daß man nur zu offiziellen Schraubern damit geht, dürfte ebenfalls selbstverständlich sein.
Wenn man keine Exoten fährt so wie ich, dann würde ich generell jedem raten seine Entscheidung vom nächstgelegenen Ladastützpunkt abhängig zu machen - hier lohnt sich natürlich ein Nachfragen hier im Forum ob XY empfohlen werden kann bzw. ob Erfahrungen vorliegen. Wenn dieser Ladahändler keinen Standortvorteil ( max. ??km ) bieten kann, dann sehe ich mittlerweile keinen Grund mehr von einem Grauen verschreckt zu sein. Auch hier gilt "SERIÖS" ist das Zauberwort, da trennt sich auch recht schnell die Spreu vom Weizen; man kann diese getrost an einer Hand abzählen. Wenn es auch hier um Händler / Importeure geht ist das Forum sicher eine gute Stelle um zu diesen bereits gemachte Erfahrung von Ladahabern zu nutzen.
Da man mit beiden Varianten zur Fettparty sollte habe ich das natürlich auch gemacht und das Fahrzeug näher begutachtet und auch vom FACHmann beurteilen lassen, ob der Importeuer seine Arbeit gut gemacht hat hinsichtlich Unterbodenschutz etc. und zur allgemeinen Überraschung war diese sogar noch recht gut ausgeführt.
Meine persönlichen Erfahrungen sind also durchwegs positiv - mal schauen ob das so bleibt.
Wenn Ihr das Glück habt und einen halbwegs brauchbaren offiziellen Lada-Händler in der Nähe habt, dann nehmt diesen!! Wie gesagt ein seriöser Grauer und ein Lada-Deutschland Fahrzeug geben sich preislich praktisch nichts mehr - zumindest wenn man keine Äpfel mit Birnen vergleicht. Falls der Standortvorteil nicht vorhanden ist, dann überlegt einfach für Euch selbst, ob ein Grauer nicht die bessere Wahl wäre. Falls die Reise zu einem Grauen geht, dann lasst Euch UNBEDINGT vorher die Versicherungsleistungen hinsichtlich eines Garantiefalles genau erklären.
Es scheint wohl tatsächlich so zu sein, daß sich die "Grauen" weiter entwickelt haben während Lada-Deutschland da eher etwas - naja - arg konservativ ist.
Denkt in Ruhe darüber nach und wägt sorgfältig ab welche Variante für EUCH die Bessere ist - man kann weder sagen Grau=Gut noch Grau=Schlecht genau so wie man das über den jeweiligen Lada-Partner vor Ort nicht sagen kann. Auch sollte man für sich wissen, ob man mit einer Variante Bedenken hat - wenn man sich schon beim Gedanken unwohl fühlt, dann ist das ein denkbar schlechter Start - Einfach den Kopf frei machen und unbedarft rangehen, auch das Bauchgefühl ist ein wertiger Berater
