Problem mit Zentralsperre und Reparatur bei eingebautem VTG

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Niva-Surfer
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Problem mit Zentralsperre und Reparatur bei eingebautem VTG

Beitrag von Niva-Surfer »

Servus miteinander!

Wie manche schon mitbekommen haben, habe ich das Problem, dass sich meine Zentralsperre nicht mehr einlegen lässt.

Ich habe mich die letzten Tage intensiver damit beschäftigt und eine Lösung gefunden, die ich hier kundtun möchte.
Da ich mein VTG wegen Ausrichtarbeiten etc. nicht demontieren wollte habe ich im eingebauten Zustand die Sperreneinheit weggebaut und mir näher angeschaut.

Die Mechanik der Sperre ist ja eine separate Einheit, die am vorderen Kardanwellenabgang am VTG angeflanscht ist.
Also habe ich die vordere Kardan weggeschraubt, den Flanschanschluss weggeschraubt (sonst geht das Gehäuse der Sperre nicht raus) den Hebel für die Sperrenbetätigung gelöst und die ganze Einheit nach vorne weggezogen.
Auf der Werkbank hab ich mir dann Aufbau und Funktion näher angeschaut.
Dabei habe ich festgestellt, dass der Bolzen, der den Schalter für die Kontrolllampe betätigt auch gleichzeitig die Fixierung der Schaltgabel auf der Betätigungswelle ist.
Und diese Schraube ist abgebrochen.
--> Die Schaltmuffe ist unkontrolliert auf der Welle rumgerutscht
--> Der Bolzen für die Betätigung der Kontrolllampe hat sich verkantet und verhindert, dass sich der Schalthebel bewegen lässt.

Ich hab mir eine neue Schraube besorgt, diese so bearbeitet, dass sie die Aufgaben wieder wahrnehmen kann, alles schön gangbar gemacht und wieder zusammengebaut.
Nebenbei hab ich festgestellt, dass die Betätigung der Sperre über eine Kugelrastung einrastet.
Die Kugel ist dabei mit einer Feder vorgespannt.
Je nach Vorspannung ist die Rastung schwergängig oder leichtgängiger.
Die Feder habe ich um ca. 1mm gestaucht und damit erreicht, dass die Betätigung der Sperre wesentlich leichter geht.
Die Gefahr dabei ist allerdings, dass bei übertriebener Leichtgängigkeit die Sperre unabsichtlich betätigt werden könnte.

Ich werd voraussichtlich heute die ganze Geschichte wieder komplett zusammenbauen und wohl am Wochenende bisschen auf Testfahrt gehen uuuu

Hat wer Interesse an ausführlicherer Beschreibung mit Bildern?
Dann werd ich nämlich was hochladen und den Text erweitern ii..

Schöne Grüße,
Christian
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Mccormick
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Re: Problem mit Zentralsperre und Reparatur bei eingebautem

Beitrag von Mccormick »

BITTE Bilder und Beschreibung hier einstellen,......ganz tolle Sache von Dir!!


und vielen Dank!

sowas hilft vielen Nivafahren.
Grüße Rainer

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Leitwolf
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Re: Problem mit Zentralsperre und Reparatur bei eingebautem

Beitrag von Leitwolf »

Pass blos beim Zusammenbau auf diese kleine schei....... Blechfeder auf, die den Schalthebel führt.
Ist mir beim Einbau weggesprungen und ich bin dann mit dem Rollbrett drübergewalzt. Die war dann platt.
Ist nicht einfach zu bekommen. Ich fahre immernoch ohne Sperre wegen dem kleinen Miststück.

Ansonsten: Bilder sind immer gut. Machen das alles anschaulich.
Her damit.

Gruß,
Leitwolf
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Niva-Surfer
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Re: Problem mit Zentralsperre und Reparatur bei eingebautem

Beitrag von Niva-Surfer »

Servus,

@Leitwolf:
Danke für den Hinweis! Hab mittlerweile alles wieder beisammen inkl. Blechfeder. Die ist tatsächlich abgehaut, aber ich hab sie zum Glück wieder gefunden, bevor sie platt war _..,
Diese Blechfeder, lässt sich die nicht aus einem ausgeschnittenen Blechstück formen? Kreuz rausschneiden, zurechtbiegen und einbauen?

Also, hier eine bebilderte Story über die Demontage der Sperre:

Zuerst mal hab ich mir das Bild genauer angeschaut und versucht, mir klarzumachen, wie das alles zusammenhängt und funktioniert.

Bild
Zu erkennen ist unter anderem ganz rechts auf der Schaltwelle die Kugelrastung, die die Betätigung der Sperre rasten lässt.
Diese Rastung hab ich erstmal im Verdacht gehabt.

Bild
Die Mechanik der Sperre ist am vorderen Gehäusedeckel des VTG angeflanscht, mich hat also interessiert, was passiert, wenn man da mal aufmacht.
WICHTIG: Die Kardanwelle und Abgangsflansch markieren, damit man später die richtige Position wieder findet.
Öl ablassen, sonst läuft alles unkontrolliert über die Finger.

Bild
Kardanwelle nach vorne wegschrauben, aus dem Weg bringen und aufhängen, damit die Kreuzgelenke nicht so belastet werden.
Danach muß der Flansch weg, dazu die große Zentralmutter öffnen und den Flansch nach vorne rausziehen.

Bild
Den Bolzen von der Hebelumlenkung austreiben, dazu vorher den Sicherungsring entfernen und gut drauf aufpassen, der haut auch leicht ab _..,
Dadurch kann der Hebel am Wagen bleiben, außerdem ist der Hebel dann nicht im Weg, wenn man die Sperre rauszieht.

Bild
Muttern lösen und die Stecker vom Schalter für die Kontrolllampe abziehen.
Mit ein bisschen wackeln lässt sich jetzt der vordere Teil mit der Sperrenmechanik nach vorne soweit rausziehen, dass sie komplett aus dem VTG rauskommt.
Man kann auch die 5 Stehbolzen sehen, durch die die Sperre am VTG befestigt ist.

Bild
v.l.n.r: Die Schaltmuffe für die Sperre, Das Gehäuse der Sperre mit der Welle vom Differenzial zum Flansch der Kardanwelle, der Flansch zur Kardanwelle

Bild
Deckel abmontiert, zu sehen ist die Schaltwelle, darauf die Schaltgabel für die Sperrmuffe, die Schraube, die die Schaltgabel auf der Welle fixiert und sichert, sowie die Feder für die Rastung.
Die Feder wird durch den Deckel vorgespannt.

Bild
Und hiiiiiier: Das restliche Innenleben der Sperrenmechanik.
Die Muffe, die Schaltgabel mit der Schraube, die Feder und die Kugel.ö
Dabei fällt auf, dass die Schraube nicht mehr geschraubt werden kann, weil Gewinde abgebrochen und noch in der Welle steckt.
Damit ist das Nichtfunktionieren der Sperre geklärt:
Schraube ist ab, Schaltgabel bewegt sich willkürlich auf der Welle rum, Schraube steht aufgrund Sprengring zu weit nach oben und verkantet sich mit dem Schalter der Kontrolllampe.

Ich habe dann eine Schraube besorgt:
M6 x 60 12.9 schwarz mit einer Mutter
Die Mutter mit Loctite hab ich aufgeschraubt bis zum Ende vom Gewinde und dort gut angezogen.
Jetzt nach unten (Richtung Gewinde) an der originalen Schraube gemessen (Unterseite Mutter bis Ende Gewinde = 20 mm).
Schraube entsprechend abgesägt.
Nach oben gemessen (Richtung Schraubenkopf) von Unterseite Mutter bis Ende Restbolzen (zur Betätigung des Schalters für die Kontrollllampe) = 19,5 mm.
Schraubenkopf entsprechend abgesägt, und schön angefast ca. 1 x 45°
Die Schraube, die jetzt wie die originale funktioniert wieder mit dem original Sprengring eingeschraubt (ohne Loctite, weil wenns wieder abbricht, kann ich den Gewindeteil wieder leicht rausdrehen!) und gut festgezogen (ca. 15 Nm mit 12.9er Schraube).

Die Feder für die Kugelrastung hat entspannt eine Länge von 25mm.
Nachdem ich die Vorspannung etwas zu streng gehalten habe, hab ich die Feder in einen Schraubstock gespannt und vorsichtig zugezogen.
Danach hat die Feder noch 24mm gehabt.

Alle beweglichen Teile leicht gefettet und zusammengebaut.
Die Schaltgabel auf "blockiert" Position bringen, so kann man die Sperrmuffe in die Schaltgabel legen, danach die Schaltgabel mit der Muffe auf Position "entsperrt" Position bringen und aufpassen, dass die Muffe auch auf die Verzahnung rutscht.
Damit ist die Muffe fixiert, sodass sich die Sperre wieder am VTG montieren lässt.
Das ist ganz wichtig, sonst bringt man die Muffe nicht mehr in die Schaltgabel.

Sperre wieder am VTG montieren. Dabei rutscht die ganze Sache nach ein paar mal hin- und herdrehen auch komplett zusammen.

Bei der folgenden Probefahrt hab ich festgestellt, dass sich die Sperre wesentlich leichter (bezüglich Einrastung) einlegen lässt.
Aaaber: Sie lässt sich aufgrund des Aufbaus nicht immer einlegen. D.h. lastloses Rollen mit leichtem Lenkradeinschlag lässt sich trotz allem nicht immer vermeiden.

Jetzt kommen noch die hinteren Radhausschalten rein, eine neue Dichtung für die Frontscheibe mit Dichtmasse, dann sollte erstmal wieder alles passen (bis auf die Scheibenwischer, die immer noch nicht in Endstellung fahren wollen...) uuuu

Schöne Grüße,

Christian
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wLADAmir
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Re: Problem mit Zentralsperre und Reparatur bei eingebautem

Beitrag von wLADAmir »

Astreine Sache! Danke für die Doku!

Gruß,

Tobias
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