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Lichtmaschine und Ladestrom
Verfasst: 10. März 2013, 21:48
von Mats2121
Hallo zusammen,
auf der Suche nach einem "Stromfresser" ist uns heute folgendes aufgefallen (ganz grobe Werte):
- Die Lichmaschine liefert im Leerlauf zwischen 6A und 10A Ladestrom.
- Die Bordelektrik nimmt zeitgleich etwa 7A auf.
- Beim Erhöhen der Drehzahl auf ca. 3000 U/min. steigt der Ladestrom auf etwa 30A an.
Damit wäre eine sichere Funktion bei der Fahrt gegeben.
- Beim Einschalten der beiden Kühlerlüfter erhöht sich der Stromverbrauch des Bordnetzes auf etwa 25A.
- Der Ladestrom im Leerlauf bleibt aber unverändert gering.
Wir haben die Werte zur Kontrolle auch noch bei einem anderem Niva ermittelt.
Die Situation ist vergleichbar.
Heißt das tatsächlich, dass die Batterie sich z.B. bei einem Stau im Sommer stetig entlädt, oder z.B. auch bei einer längeren Reparatur am Kühlsystem mit laufenden Lüftern.
Denn genau das ist unser Problem.
Nach mehrmaligem Entlüften und Einlaufenlassen des überholten Motors im Stand nach Vorschrift war die Batterie stark entladen.
Eine Konsequenz könnte sein, den hier im Forum beschriebenen Zusatzlüfter auf die Wasserpumpe zu schrauben, damit die elektrischen Lüfter nicht mehr so oft anspringen.
Im Moment sind wir unsicher, ob wir überhaupt nach einem Fehler suchen müssen.
Kann vielleicht jemand helfen, damit der "Schwarze" bald wieder im Wald spielen kann ...

Re: Lichtmaschine und Ladestrom
Verfasst: 10. März 2013, 22:00
von fehni
Wenn ich die Reparaturanleitung richtig lese sollte die kleine Lichtmaschine (die mit 55 A) bei einer Motordrehzahl von ca. 2500 bis 3000 U/min ca. 55 A abgeben. Ich würde mal davon ausgehen dass die Lima bzw. der Regler defekt ist. Und bei deinen Baujahr sollte ja schon die mit 80 A drinnen sein.
Re: Lichtmaschine und Ladestrom
Verfasst: 10. März 2013, 22:13
von NIVeAu
okay... handelt sich um meinen niva.
laufleistung 86000km bjhr. 2004...
Re: Lichtmaschine und Ladestrom
Verfasst: 10. März 2013, 23:00
von Mats2121
fehni hat geschrieben:Wenn ich die Reparaturanleitung richtig lese sollte die kleine Lichtmaschine (die mit 55 A) bei einer Motordrehzahl von ca. 2500 bis 3000 U/min ca. 55 A abgeben. Ich würde mal davon ausgehen dass die Lima bzw. der Regler defekt ist. Und bei deinen Baujahr sollte ja schon die mit 80 A drinnen sein.
Danke für den Hinweis.
Das würde die "Grenzwertigkeit des Systems" erklären.
Der Fehler war früher, so NIVeAu, schon einmal vorhanden und ist dann zunächst nicht mehr aufgetreten.
Erst als wir jetzt den ausgefallenen zweiten Kühlerlüfter wieder in Betrieb genommen haben (Sicherung defekt), gab es mit dem Ladestrom erneut Probleme.
Das passt!
Dann ist wohl eine neue Lichtmaschine fällig, oder kann man die Diodenplatte beim 2004er separat tauschen?
Re: Lichtmaschine und Ladestrom
Verfasst: 10. März 2013, 23:06
von Sebastian / endurofant
@Mats2121: wie hast du den die ganzen A-Werte ermittelt? Wo hast du jeweils gemessen.
Ohne zu wissen wo du gemessen hast, kann man doch deine Wete gar nicht einschätzen. Hast du den Strom zwischen Lima und Batt. gemessen? Dann wären die 6-10A normal, da die Batt nach dem starten nachgeladen werden muss. Aber das bei einer Drehzahlerhöhung der A-Wert steigt??? Entweder falsch gemessen oder Fehler in der Elektrik.
Deine Beschreibung mit der entladenen Batt. lässt mich an einen zu losen Keilriemen denken. Deine Kühlerlüfter sollte die Lima locker auch im Standgas bedienen können. Daher wird dir der Umbau auf Star-Lüfter nicht weiterhelfen.
fehni hat geschrieben:sollte die kleine Lichtmaschine (die mit 55 A) bei einer Motordrehzahl von ca. 2500 bis 3000 U/min ca. 55 A abgeben
hier fehlt das entscheidende Wort "können". Diese Angaben sind doch der max. Ladestrom bei einer bestimmten Drehzahl.
Die Lima (Typ innenerregt) liefert doch nicht ständig den maximalen Ladestrom, sondern immer so wie es gebraucht wird. Der Regler sorgt dafür das immer die Bordnetzspannung von ca. 14V gehalten wird. Je nachdem wie viele Verbraucher dazugeschaltet werden verändert sich der Strom.
Re: Lichtmaschine und Ladestrom
Verfasst: 11. März 2013, 10:27
von Anderle
Die Sache ist nicht ganz so leicht. Die Angabe der maximalen Abgabestromstärke einer Lima ist eher technischer Natur. Sie gilt mehr oder weniger nur in einem Betriebspunkt (z.B. 14V / 3000rpm) und idealisiertem Stromleiter. Eigentlich müsste man von der maximalen Leistung einer Lima sprechen und nicht der Stromstärke. Also was heißt das jetzt? Der maximale Stromfluss wird durch den elektr. Widerstand begrenzt. Sieht man sich jetzt die ganzen Widerstände im Lima-Kreis an, dann wird schnell klar, dass Sie niemals den maximalen Strom abgeben wird. Ich hab die Übergänge an B+, die Kabelwiderstände, den Innenwiderstand der Batterie und die ganzen Masseübergänge von Verbraucher zu Karosserie, Karosserie zu Motor, Motor zu Lima usw. Aus der Praxis raus sind ca. 2/3 der maximalen Stromstärke als normal oder sogar als gut zu bezeichnen. Bei 55A sind also 30A durchaus realistisch!!
Des Weiteren ist die Leistungsabgabe einer Lima durchaus drehzahlabhängig. In der Konstruktion muss man sich also für einen brauchbaren Kompromiss entscheiden - ein Drehzahlband festlegen - in dem die Lima gut funktionieren soll. Das macht man durch das Übersetzungsverhältnis an der Riemenscheibe. Jetzt kommt aber das Problem, dass ich ja das gesamte Drehzahlband des Motors berücksichtigen muss. Bei Vollgas soll die Lima ja auch nicht abrauchen. Und da kommt eben das Problem, dass es durchaus möglich ist, dass die Energiebilanz im Leerlauf negativ ausfallen kann.
Selbst moderne Fahrzeuge haben das Problem, dass im Leerlauf die Lima-Leistung nicht ausreicht. Was macht man inzwischen dagegen? Man verwendet MFR (Multifunktionsregler) mit Schaltausgang. Lasst mal ein vollausgestattes Premiumfahrzeug mit allen Verbrauchern im Stand laufen, ist ziemlich lustig. Als erstes wird per Steuergerät die Drehzahl angehoben, dann wird ein System nach dem anderen abgeschaltet.
Also ich kann jetzt noch kein elektrisches, gravierendes Problem erkennen.
Re: Lichtmaschine und Ladestrom
Verfasst: 11. März 2013, 17:56
von Mats2121
Hallo und vielen Dank für die Hilfestellung.
@endurofant
Ich habe hiermit
http://www.reichelt.de/Zangenmessgeraet ... tnr=UT+203 gemessen.
- 6A-10A über der braunen Leitung zwischen Lichtmaschine und Batterie
- 7A auf einer der roten Leitungen, die von der Batterie in den Inneraum gehen.
- 25A auf der gleichen roten Leitung, wenn beide Lüfter laufen.
- Kein messbarer Strom auf der zweiten parallel laufenden roten Leitung in den Inneraum.
- Keine messbare Veränderung beim Zuschalten von Licht und heizbarer Heckscheibe.
Da wären dann noch die beiden pinkfarbenen Leitungen von der Lichtmaschine in den Inneraum.
Dort bin ich mit der Messzange nicht drangekommen.
Stuzig macht mich die relativ dünne braunen Ladeleitung.
Bei geschätzt 4 Quadrat-mm Querschnitt und hohem Ladestrom muss hier doch ein erheblicher Spannungsabfall entstehen?
@Anderle
Sehr ausführlich und verständlich beschrieben, danke.
Du schreibst "Also ich kann jetzt noch kein elektrisches, gravierendes Problem erkennen."
Das beruhigt und macht gleichzeitig neugierig.
Ich hatte auch mal so ein Mopped, das alleine auf Grund des nachgerüsteten H4-Scheinwerfers nach jeder Fahrt nachgeladen werden musste.
Vielleicht sind der jetzt wieder laufende zweite Kühlerlüfter und der Betrieb des Niva im Stand nach der Motorinstandsetzung wirklich die Erklärung.
Dagegen spricht, dass die Batterie nach 20km Probefahrt am Ende war.
Da hätte sie doch nachgeladen sein müssen, oder?
Schwer zu beurteilen... .-.
Re: Lichtmaschine und Ladestrom
Verfasst: 11. März 2013, 18:45
von Anderle
Hallo Mats,
mach doch mal zwei Dinge:
1. Batterie wirklich sauber Voll Aufladen und im Anschluß mit einem Prüfgerät testen
2. Mit voller Batterie den Ruhestrom an der Leitung Lima-Bat messen (Zündung aus, alle Verbraucher aus)
Re: Lichtmaschine und Ladestrom
Verfasst: 11. März 2013, 19:30
von Sebastian / endurofant
mit diesen Zangenamperemetern habe ich keine Erfahrungen und kann daher auch nicht sagen ob deine Messung "verwertbar ist". Ich messen noch nach dem alten System wo das Ampermeter IN den betreffenden Stromkreis geklemmt wird.
Ob ein Gerät aus dem 40,-EUR Preissegment, was bis 400A messen kann im Messbereich10A-20A sichere Ergebnisse liefert ???? Aber als Anhaltspunkt wird es reichen.
Um deine Batterieladung zu prüfen brauchst du aber ein Voltmeter. Wie schon geschrieben entstehen die Ampere ja weil dem Volt ein Widerstand entgegengesetzt wird. Auch die Batt. hat einen Widerstand.
Deine Lima liefert eine bestimmte Leistung und hält die Spannung bei ca. 14V. Eine Batt. braucht die 14,und V um richtig voll geladen zu werden. Also solltest du bei laufendem Motor das Voltmeter an die Batteriepole halten. Alles unter 13V reicht nicht aus um die Batt. halbwegs zu laden. Diese Messung auch mit verschiedenen eingeschalteten Verbrauch durchführen.
Zusatzinfo: Wenn die Lima ihre geforderten 14,und Volt bringt und du mehr Verbraucher zuschaltest als an Leistung lieferbar ist wird anfangs die Batt. das abpuffern und dabei die Bordspannung in Volt langsam sinken bis das ECM abstürzt und der Motor ausgeht. Allerdings hat der (1700er) Niva nicht genügend Verbraucher um diesen Zustand herbeizuführen.
Re: Lichtmaschine und Ladestrom
Verfasst: 11. März 2013, 19:38
von Mats2121
Anderle hat geschrieben:Hallo Mats,
mach doch mal zwei Dinge:
1. Batterie wirklich sauber Voll Aufladen und im Anschluß mit einem Prüfgerät testen...
Die Batterie hatte ich bereits gründlich gereinigt, wegen Salz, Feuchtigkeit und möglichem Kriechstrom zwischen den Polen.
Sie hatte unmittelbar nach dem Laden unbelastet 12,4V. Etwas wenig, oder?
Ich denke, sie ist durch das mehrfache Tiefentladen bereits geschädigt.
Die ATU-Batterien sind da bekanntermaßen empfindlich.
2. Mit voller Batterie den Ruhestrom an der Leitung Lima-Bat messen (Zündung aus, alle Verbraucher aus)...
Darf denn von der Batterie ein Ruhestrom (braune Leitung) zur LiMa abfließen?
Bitte kurze Info zu 2.
Ich werde die Batterie dann morgen noch einmal durchladen und den Strom messen.
Danke, auch von NIVeAu für die Hilfe.
Wir wollen nicht auf Verdacht eine neue LiMa kaufen.
Der Motor hat das Budget schon erheblich belastet.
Re: Lichtmaschine und Ladestrom
Verfasst: 11. März 2013, 19:53
von Anderle
12,4V unmittelbar nach Ende des Ladevorgangs ist mehr als schlecht.....das deutet auf eine äußerst miese Batterie hin!
kurzum....die Batterie nimmt nichts mehr an Ladung auf.
Der Ruhestrom von Bat.-Lima sollte im Normalfall 0 sein!
Wenn da was "rüberfließt" deutet es auf einen Fehler in der Lima hin. Beim Niva ist das meist ein Indiz auf eine "versiffte" Diodenplatte. Oftmals tropft Kühlflüssigkeit auf die Diodenplatte und kristallisiert dort. Diese Kristalle leiten ganz gut und die Lima wird ganz schnell vom Stromlieferanten zum Stromabnehmer.
Re: Lichtmaschine und Ladestrom
Verfasst: 11. März 2013, 19:54
von Mats2121
Sebastian / endurofant hat geschrieben:mit diesen Zangenamperemetern habe ich keine Erfahrungen und kann daher auch nicht sagen ob deine Messung "verwertbar ist". Ich messen noch nach dem alten System wo das Ampermeter IN den betreffenden Stromkreis geklemmt wird.
Ob ein Gerät aus dem 40,-EUR Preissegment, was bis 400A messen kann im Messbereich10A-20A sichere Ergebnisse liefert ???? Aber als Anhaltspunkt wird es reichen.
...
@sebastian/endurofant
Vielen Dank für die Info.
Ob ein Gerät aus dem 40,-EUR Preissegment, was bis 400A messen kann im Messbereich10A-20A sichere Ergebnisse liefert ???? Aber als Anhaltspunkt wird es reichen.
Du hast Recht. Der Preis ist für eine DC-Messzange ein Witz. Ich habe damals sogar unter 30€ gezahlt.
Was mich verblüfft hat ist die überraschend gute Verarbeitung, was natürlich nichts über die Qualität der Messung aussagt.
Ich werde einmal die Messwerte mit meinem (billigen

) Mulitimeter vergleichen, auch wenn ich damit das Risiko einer Fehlmessung nur reduzieren kann.
Wenn die Lima ihre geforderten 14,und Volt bringt und du mehr Verbraucher zuschaltest als an Leistung lieferbar ist wird anfangs die Batt. das abpuffern und dabei die Bordspannung in Volt langsam sinken bis das ECM abstürzt und der Motor ausgeht. Allerdings hat der (1700er) Niva nicht genügend Verbraucher um diesen Zustand herbeizuführen.
Jetzt, wo du es sagst! Wir haben einen Unterspannungsfehler und zum wiederholten male trotz Austausch den Schlechtwegesensor auslesen können.
Zum Glück verfügt meine "hochwertige" Messzange auch über Messleitungen. Ich werde auf jeden Fall noch die Ladespannung messen.
Aber sagt uns bitte, wenn wir uns da in etwas verrennen.
Ein echter Fehler lässt sich halt nicht wegdiskutieren.
Re: Lichtmaschine und Ladestrom
Verfasst: 11. März 2013, 23:19
von Sebastian / endurofant
Ordentliche, voll geladene Batt. rein und Spannung messen. Fällt diese bei "Zündung aus" langsam ab, dann Lima elektr. abklemmen. Fällt die Batt.spannug weiter ab dann Fehler im Bordnetz suchen. Ansonsten siehe Antwort von Anderle. Lima zerlegen und reinigen + durchmessen laut WHB um defekte Dioden auszuschließen.
Re: Lichtmaschine und Ladestrom
Verfasst: 13. März 2013, 23:17
von Mats2121
Sebastian / endurofant hat geschrieben:Ordentliche, voll geladene Batt. rein und Spannung messen. Fällt diese bei "Zündung aus" langsam ab, dann Lima elektr. abklemmen. Fällt die Batt.spannug weiter ab dann Fehler im Bordnetz suchen. Ansonsten siehe Antwort von Anderle. Lima zerlegen und reinigen + durchmessen laut WHB um defekte Dioden auszuschließen.
@ Anderle und Sebastian/Endurofant
Wir haben heute folgende Messungen durchgeführt:
Der Strom durch die Batterie wurde über beide Masseleitungen (Motor/Karosse) am Minuspol gemessen.
+/Ladung
-/Entladung
Batterie geladen und angeschlossen (12,6V)
Spannung an offener Erregerleitung bei Zündung an: 12V
Spannung an angeschlossener Erregerleitung zur LiMa bei Zündung an: 1,4V
Batteriestrom bei 800U/min ohne Verbraucher: +4A
Batteriestrom bei 2000U/min ohne Verbraucher: +21A
Batteriestrom bei 3000U/min ohne Verbraucher: +26A
Batteriestrom bei 800U/min...
nur Kühlerlüfter an: -20A
ohne Verbraucher: +4A
zzgl. Abblendlicht: -6A
zzgl. Heizbare Heckscheibe: -15A
zzgl. Heizungsgebläse (Stufe 2): -36A
Glühlampentest (Erregeranschluss LiMa über 5W-Glühlampe an Batterie+)...
Zündung aus: Glühlampe normal hell
Motor im Leerlauf: Glühlampe leuchtet schwach
Motor 2000U/min: Glühlampe brennt fast durch
Bei ca. 1000U/min wurde zudem am Erregeranschluss der LiMa eine Spannung von 15,7V gemessen.
Einen auffälligen Spannungsverlust der Batterie oder einen Ruhestromverbrauch der Bordelektrik konnten wir nicht feststellen.
Die Spannung der Batterie lag während der Messung auch bei laufendem Motor bereits knapp unter 12V.
Könnt ihr hiermit etwas anfangen?
Vielen Dank noch einmal für eure Hilfe...

Re: Lichtmaschine und Ladestrom
Verfasst: 13. März 2013, 23:43
von fehni
Mats2121 hat geschrieben:Die Spannung der Batterie lag während der Messung auch bei laufendem Motor bereits knapp unter 12V.
Ist auf jedenfall zu wenig. Die Spannung sollte zwischen min. 13,5 V und max. 14,4 V liegen.