hier mal mein Bericht vom Radialwellendichtringwechsel (RWDRW
Beim nächsten Mal würde ich es anders machen, deswegen ist dieser Bericht nicht unbedingt als „how-to-do“ zu verstehen.
Wagen warmfahren (Getriebeöl im HA-Diff) und Öl ablassen.

Ablassschraube wieder rein, und auf die Auffahrrampen fahren (diese sollten nicht unbedingt
In 5km Entfernung stehen...).
Diffgehäuse, Flansch und Kardanwelle farblich markieren.
Die 4 Schrauben (SW13) lösen und entfernen (Hinweis: Schraubenköpfe sind mit Fläche versehen, sie passen nur an einer Stelle an den Flansch).

Kardanwelle entfernen. Ich habe sie am Auspuff festgemacht. Man kann sie natürlich bei entsprechender Stellung des Gelenks Richtung VTG auf den Boden Absenken oder auch ganz ausbauen (dann Markierung auf VTG-Seite nicht vergessen).

Gweinde, Mutter und Flansch farblich markieren (sehr wichtig !).

Mutter lösen (normales Rechtsgewinde, SW24).
Es bietet sich an mit einer mächtigen Gripzange am Flansch gegenzuhalten. Alternativ auch die in http://www.autoprospect.ru gezeigt Variante: 2 Schrauben durch die Bohrungen am Flansch und mit Flacheisen/Schraubendreher gegenhalten. Vielleicht habt ihr auch einen Stirnlochschlüssel (oder bastelt euch einen).
Sinn und Zweck: Die An-/Abzugsmomente gehen nicht auf die Verzahnung im Diff.
Ich werde das als vorsichtiger Mensch nächstes mal so machen.
Olaf Vogel meint, daß dies aber nicht tragisch sei.
Dabei ist es unabdingbar die Umdrehungen bis zum Lösen/Abnehmen der Schraube zu zählen !!!!
Zahl merken oder aufschreiben.
Mutter beiseite legen, Unterlegscheibe ebenfalls.
Flansch abziehen (geht ganz einfach. Bei mir von Hand ohne Hammer).

Dann kamen die „Probleme“: Der Dichtring ging nicht "mal eben so" raus. Hebeln mit dem Schraubenzieher brachte nix.
Ja, wer nen passenden Innenabzieher mit Gleithammer hat ist gut bedient.
Der Ring war am Außendurchmesser an der Fuge eingeklebt (aushärtende Dichtmasse).
Ein Versuch den Ring an 2 Stellen mit dem Seitenschneider einzuschneiden und die Lasche mit der Gripzange zu schnappen funktionierte nur bedingt.
Ich musste letztendlich als Notbehelf mit einem ganz schmalen Schraubenzieher zw. Ring und Gehäuse reinklopfen, wohlwissend, daß das Risiko bestand das Gehäuse (Dichtfläche !) zu beschädigen.
Es hat aber gut funktioniert. Und Kratzer auf den ersten 2mm der Dichtfläche halte ich nicht für tragisch.

Also, Ring weg, und den nachfolgenden sog. Ölabweiser (= Blechscheibe) auch gleich mal ausgebaut.

Gehäusedichtfläche reinigen.
Den restlichen Klebstoff habe ich mit ganz feiner Schmirgelleinwand entfernt (drauf achten, daß kein Dreck ins Lager purzelt).
Ölabweiser wieder rein und Dichtring ansetzen. Mit entsprechend großer Hülse auf den Blechring des Rings klopfen und diesen möglichst rechtwinklig eintreiben.
Es genügt so weit einzuklopfen bis der Ring bündig zur Gehäusestirnfläche ist (lt. Werkstatthandbuch sind es 2 –0.3 mm).
Flansch reinigen, leicht einölen und vorsichtig (Staublippe Dichtring !) einschieben (nach farblicher Markierung vom Anfang).
Unterlegscheibe drauf und Mutter ansetzen. Mit exakt gleicher Umdrehungsanzahl wie beim Abschrauben anziehen bis Markierung Mutter über Markierung Flansch steht. Noch „1mm“ weiterdrehen (also, ich meine "1mm radial")
Auch hier gegenhalten.
(Anmerkung: Ich habe keinen Milimeter zugegeben, sondern nur bis zur vorherigen Stellung gedreht. Warum ? Es kam mir alles schon so fest vor.....)
Stirnfläche Flansch nach Wunsch gegen Korrosion schützen und Kardanwelle anschrauben.
Getriebeöl einfüllen.
Gesamtdauer: Knapp 3h.
Meine Probefahrt (500m) war unauffällig.
Über Nacht am Diff alles trocken.
Am nächsten Tag Probefahrt bis Diff ordentlich warm: Keine Geräusche, kein Öl.
Ich werde mir für den nächsten Dichtring einen Innanabzieher mit Gleithammer besorgen.
Das Drama mit dem Rauspopeln mach ich nicht noch mal mit.
Ob die Haken am Innenabzieher für das Blech am Dichtring lang genaug sind, weiß ich nicht. Vielleicht bastle ich mir was, womit man noch besser greifen kann.
Bitte um Ergänzungen/Verbessehrungen/Kommentare !
Timo
Dies ist zwar schon an anderer Stelle beschrieben, aber hier sollte man sicherheitshalber nochmals drauf hinweisen:
Der Flansch drückt über das Anzugsmoment der Mutter auf den Innenring des ersten Schrägrollenlagers. Dieser Innenring drückt auf eine verformbare Abstandshülse, welche auf den Innenring des zweiten Lagers drückt. Zieht man nun die Mutter zu stark an, werden die Lager zu sehr vorgespannt und auch die Eingriffsgeometrie am Antriebsrad im Diff verändert !
PS: Danke an Christian und Olfa für die Infos im Vorfeld und die Nachsorge meines Traumas
