Nachdem ich jetz doch schon einiges an Wissen angezapft habe, wirds doch mal Zeit dass ich uns im Forum vorstelle:
Ich bin der Christian, 35 Jahre jung, vergeben, (noch) keine Kinder und komme aus Neuburg an der Donau.
Nach ein paar Umwegen bin ich jetzt als Entwicklungsingenieur für Pumpen tätig...
Seit 25. Mai (ja, der Tag an dem das Champions-League Spiel war) bin ich stolzter Besitzer von einem Lada Niva Bj. 97 in grün.

Der Zustand (beim anschauen und abholen): ohne TÜV, relativ wenig Rost, einige Teile auszutauschen, fahrbereit (Kühlwasser tropft aus einem Heizungsschlauch), Heckklappenelektrik abgezwickt, Motor und Getriebe i.O., Thermostat macht nicht auf --> meine erster Reparatur noch vor Ort
Geholt haben wir (mit Freundin) ihn mit einem Kurzkennzeichen und die ca. 350km Richtung Heimat hat er erfolgreich geschafft.
Kurz nach Beginn des Spiels waren wir inkl. Bier wieder vor dem heimischen Fernseher
Bis zur HU und Anmeldung war dann erstmal einiges an Arbeit angesagt:
Vorderachse: alle Führungsgelenke tauschen, beide Radlager tauschen, Manschetten tauschen, ein Gleichlaufgelenk (links innen) erneuern, neue Stoßdämpfer, Federn entrosten und bemalen, neue Gummibuchsen oberer und unterer Querlenker, neue Bremsschläuche, alle Spurstangengelenke neu.

Hinterachse: neue Stoßdämpfer, Federn verschönern, Gummilager mit Silikonfett einschmieren (eigentlich war geplant, alle Gummibuchsen austauschen, war mir aber dann doch zu viel Arbeit, die Zeit zu knapp und der Zustand ist soweit ok).

Bremsen: neue Bremsleitungen und -schläuche komplett
Karosserie:

beide Seiten Radhausbleche und Verstärkungen im Bereich der Federaufnahmen ausschneiden, neue Bleche einschweißen, Verstärkungsblech aus 2mm Blech hergestellt ung eingeschweißt.
Festgestellt, dass ein Unfall links hinten ein paar weitere Blechteile beschädigt hat, die dann entsprechend gerostet haben --> ausschneiden und schweißen von weiteren Teilen im Radhaus, Schweller links hinten innen und aussen Bleche einschweißen

Verstärkungen (2 mm Blech abgekantet, auf Gehrung gesägt, geschweißt und mit ein paar Hilfsmitteln gegen die innere Verrippung angeschweißt)

das Ganze noch mit Brantho Korrux 3in1 grundiert

Danach noch mit Karosseriedichtmasse abgedichtet und Kanten abgedeckt, später mit gut Unterbodenschutz bespritzt.
Links im Bild der beschädigte Bereich am Schweller.
Vorne rechts am Längsträger Bleche ein/aufgeschweißt.
Erstmal der löchrige Längsträger. Hier schon mal entrostet mit der Flexbürste und mit gut Fertan eingesprüht.

Zum Glück war "nur" die Aussenseite betroffen und "nur" ein paar kleine Löcher vorhanden.
Der Rest hat dem "Schraubenziehertest" (= kräftig mit dem Schraubenzieher gegen das Blech stoßen. Wo´s nachgibt --> Reparatur erforderlich) sehr gut widerstanden, deswegen hab ich hier nix größeres rausgeschnitten, sondern versucht, den Rost entsprechend zu vernichten und Bleche auf den noch guten Bereich aufgesetzt.

Bei allen Arbeiten vor dem Schweißen mit Sandstrahlpistole, Drahtbürste (Flex) und reichlich Fertan vorbehandelt, nach dem Schweißen literweise Owatrol gepinselt und gesprüht, ein paar Tage später mit Brantho Korrux 3in1 lackiert, zum Schluß mit Unterbodenschutz bzw. Hohlraumversiegelung rumgesaut.
Elektrik: linkes Rücklicht getauscht, Heckklappenelektrik wieder angeschlossen, Scheibenwischerendschalter gereinigt, Stecker (von Batteriesäure zerfressen) vom Scheibenwischer ersetzt, mit der Endabschaltung vom Wischer rumgeärgert (geht immer noch nicht), neuen Massepunkt für die rechte Relaisbank gesucht (weil ich den Massepunkt nicht gefunden hab...), Scheinwerferreflektoren gereinigt, neue Leuchtweitenregulierung eingebaut (Scheinwerfer waren mit Spaxx ans Karosserieblech angeschraubt weil die LWR nicht mehr gegangen ist).
Neue Pumpe für WiWa
Motor: neues Thermostat, neuer Kühlwasserschlauch für die Heizung (einer der beiden hat ja gesaut), Kühlkreislauf mit Gartenschlauch gespült und frisches Kühlmittel eingefüllt.
Getriebe: der Zapfen, wo der Schalthebel draufgesteckt ist, war gebrochen --> mehrmals versucht zu schweißen, aber immer wieder gebrochen. Jetzt ist ein geschraubter und entsprechend abgedrehter Bolzen drin, der hält jetzt erstmal.
VTG: Stecker für die Kontrolllampe wieder eingesteckt.
Innenraum: Sitze ausgebaut und gereinigt, alle Kunststoffabdeckungen abgewaschen, Rücksitzbank in den Speicher gestellt (brauch ich nicht, dafür mehr Kofferraum
aussen: neue Scheibenwischerblätter, neue Wischermechanik, Rostflecken entrostet und mit Brantho Korrux bemalt, Stoßfänger vorne verschönert, Radlagerkappen verschönert, neue Antenne mit CB Anschluss ^^
Momentane Problem(chen):
Wenns beim fahren stark regnet tropft es unten am Armaturenbrett (vermute, dass die Frontscheibendichtung nicht ganz dicht ist), Differentialsperre geht nicht mehr rein (ist schon gegangen, aber jetzt gehts nicht mehr
Bisher ist der Kamerad ohne Probleme ein paar mal in die Arbeit, zum Festival und heim und div. Geländeeinsätze in den Wald aufm Berg gekrabbelt.
Der Grins bleibt mir jedes mal für ein paar Stunden im Gesicht
Überlegungen zum weiteren Vorgehen:
Rosttechnisch verbessern bzw. erhalten, Technik in Ordnung halten evtl. verbessern (z.B. VTG vom Olaf Vogel, Diff-Sperre HA, Seilwinde, div. Erweiterungen bzgl. Scheinwerfer, bessere Reifen etc.), kleinere Reparaturen
Mit Spaß und weniger Geschwindigkeit das Leben genießen.
Erste Ausfahrt: In den Wald aufm Berg

Soweit zu mir und meinem Niva (Namen hat er leider noch keinen offiziellen).
Wenn mir bitte noch jemand einen guten Tip bzgl. Fotos hochladen gibt, stelle ich auch ein paar Bilder ein...
Ich hoffe, dass erstmal keine weiteren Reparaturen mehr nötig werden, ich möchte mich nämlich wieder meinem zweiten fahrbaren Projekt widmen: Porsche 924 Bj. 79 derzeit komplett zerlegt und bald wieder im Aufbau.
Viele Grüße aus dem schönen Land der Bayern!
Christian

