Wie man(n) auch diesem Forum entnehmen kann, ist, wie der Autokauf in Deutschland wohl überhaupt, insbesondere der Kauf und Unterhalt eines Lada Niva doch eher eine hoch emotionale Sache, auch wenn rationalisierend viele praktische und technische Argumente dafür angeführt werden, offenbar mehr als beim Kauf eines häufigeren und moderneren Fabrikats "von der Stange". Das Irrationale scheint immer mit zu schwingen.
Das beginnt schon bei der häufiger zu lesenden "maskulinen Zuschreibung": An dem angeblich "letzten Männerauto", das aber auch Frauen fahren und angeblich junge Frauen begeistern soll (stand alles schon so oder ähnlich in diesem Forum), scheiden sich dann offenbar die Geister mancher Partner doch erheblich, wie hier:
Allerdings: Wenn es wie in diesem Fall das "Männerauto" ist, macht es für den Mann vermutlich auch wenig Sinn, wenn er sich seinen Niva nur dadurch erhält, dass er ihn seine Frau fahren lässt! Da sollte er sich wohl eher überlegen, ob er mit seinem Niva nicht lieber auch auf langen Strecken durch dick und dünn geht, als sich eine bequeme, suvig-groovige Dieselsänfte anzuschaffen.DerWaldschrat hat geschrieben:Wenn meine Frau ja tauschen würde.
Macht sie aber nicht weil sie mein Schätzchen einfach hässlich findet Mirco.
Aber trotzdem Danke.
WolfgangS hat geschrieben:jeden Tag 120km?
du hast nicht das falsche Auto, sondern eher den falschen Job erwischt
Naja... Da würden mich zur Partnerschaft von Auto und Mensch weitere Meinungen interessieren und ich lege mal vor. Es gab Zeiten, da konnte ich beim Autokauf noch machen, was ich wollte. Um das mit Anhang auch noch ansatzweise so zu tun, musste ich mir immer mal was einfallen lassen, am besten natürlich "Argumente". Seit der Familiengründung obliegt mir die rationale, technische und emotionale Beschaffung und Betreuung des Fuhrparks, der immer aus einem "Familienkutschenanteil" und einem "Fun-Anteil" eines mehr oder weniger großen Zweitwagen bestand. Je weniger Kinder und Hund gleichzeitig herumkutschiert werden mussten, desto weniger geräumig und rein praktisch musste der Zweitwagen sein.Niva21215 hat geschrieben:...oder die falsche Frau ...duck und weg...
Der Lada Niva ist von den Fahrzeugen "nach meinem Geschmack" noch das, das meine Frau am wenigsten irritierte und das sie am ehesten auch mal fährt. Der Tausch des Trooper gegen einen T3 Syncro ohne Servo empfand sie als folterähnliches Zwangsbodybuilding und setzte im Alltag lieber auf den Omega-Kombi, in dem aber nicht alle Kinder mit konnten. Den Eintausch von letzterem gegen den Subaru-Libero empfand sie fast als Beleidigung und strafte den siebensitzigen Elephantenrollschuh zunächst mit Missachtung, was ihr dank des T4 Multivan Syncro mit Servo als Ersatz für den alten Feuerwehrbulli auch leichter fiel. Der Subaru wurde dadurch hauptsächlich zum "Männerauto", das sie gelegentlich fuhr. Die pubertierenden Kinder entwickelten im Laufe der Zeit eine größere Abneigung gegen den komischen Kultwagen mit Lacheffekt bei Klassenkameraden, während meine Frau sich über die Jahre entspannte und ich mich am Understatement freute. Neugierige Nachfragen erwachsener Passanten waren einem fast immer sicher und die KollegInnen fanden's cool (und gefährlich, ohne Knautschzone und so...).
Die Spannung konnte in die Beziehung Auto und Ehepartner erneut wieder zurückkehren, als ich den grünen Subaru gegen einen anderen Olivgrünen mit einem "U" im Namen eintauschte, ein UAZ-Hunter, ein totaler Spleen. Meine Frau hat sich in den Jahren niemals hinter das Steuer dieses Fahrzeugs gesetzt (obwohl ich ihr das lahme Original schon ersparte), mit dem ich durchaus mal 600 km anreiste, um mich für einen leitenden Posten zu bewerben und die älteste Fahranfängerin in unserer Familie war zwar neugierig aber viel zu ängstlich. Dann kam der Niva und beide Damen haben ihn schon gefahren, meine Frau fährt ihn lieber als seine Vorgänger und auch gerne mit (ich belohne es mit vorsichtiger Fahrweise und umsichtigem Heizen und Lüften je nach Bedarf) und er ist im Innern auch deutlich gepflegter, als der Kinder-, Pferde- und Hundebus, den ich nur alle Monat reinige - denn ich betrachte den Niva als mein (Männer-) Auto!
Meine Frau hat inzwischen die Ansicht, dass es wichtig sei, mir in begrenztem Umfang (Zeit, Geld usw.) meinen Spaß zu lassen und toleriert das komische Auto mit dem komischen Wohnwagen. Ich fördere (nicht ganz uneigennützig) ihre Hobbys wie Hund und Pferd und bringe das als Argument für Fahrzeuge mit zuschaltbarem oder besser permanentem Allradantrieb vor, damit ich die Anhänger besser und sicherer fahren kann und für den Niva, weil der eher als der schwere Bus den Pferdeanhänger von der Weide ziehen kann. Im Augenblick arbeite ich an der Akzeptanz für einen größeren Pickup als Nachfolger des Multivan, z.B. wenn nur noch zwei Kinder im Haus sein sollten und ein kleiner Hof bezogen werden sollte, mal Campingreisen mit aufgesetzter Wohnkabine anliegen usw. Man wird sehen.
Auch die jüngsten Kinder haben inzwischen "positive Autoemotionen", leider nicht ganz in meinem Sinne. SUV's wie Audi Q7 und Volvo XC 90 spielen da derzeit schon eher die bestimmende Rolle. Man sieht: Auto- und Niva-Kauf als emotionale Sache bewegt Männer, Frauen, Kinder und Partner und es gibt die unterschiedlichsten Empfindungen dabei und zahllose Argumente, die die "bessere Hälfte" oder die ganze Familie geneigt machen sollen, zuzustimmen und mindestens Verständnis für die Leidenschaften des Niva-Käufers oder der Niva-Käuferin aufzubringen. Wie ist's, wie war's denn so bei Euch?
Viele Grüße, Mischa (neugierigerweise)