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Vorsicht, Neuling! (ROST)

Verfasst: 28. September 2026, 14:51
von calada
Tach zusammen,

Ich bin ganz neu hier, weil ich seit einiger Zeit mit dem Gedanken spiele mir als Erstauto einen Lada zu kaufen. Meine Mutter ist damals in Georgien einen Lada gefahren und schwaermt bis heute und ich dachte mir: So ein alter Sowjet Motor, der ist noch schoen durchschaubar, es gibt sicherlich viel ersatz und man kann ihn gut kennenlernen.

Ich habe also gespart und stehe selbst kurz vor meinem ersten Lada. Es soll eine Limousine werden .,. ! Vielleicht den 2101 oder 2103 jedenfalls dieses Zeitalter.

Jetzt ist das Problem, dass ich mich natuerlich noch reichlich wenig mit Autos auskenne. Ich weiss Rost ist schlecht und ich hab mal aufgegriffen desto weniger neu gemacht wurde, desto besseres zeichen, dass sich aktiv gekuemmert wurde.

Der Lada den ich hier verlinke bedient diese Ambivalenz perfekt. Wunderschoen und mein Traum, allerdings sehr verrostet am Unterboden (s. Bilder 9,10 und Beschreibung).

https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/ ... 1-216-3515

Nun endlich meine Frage: Wie sehr sollte mich sowas einschuechtern? Tuev angeblich bis 12/26 (frag ich mich schon wie das durchgelassen wurde). Ich habe noch nie geschweist, habe keine Ahnung wie und ob man damit was retten kann, aber habe nicht das budget (bzw den willen) auf den Kaufpreis nochmal einen kostspieligen Besuch beim Mechaniker einzupreisen.

Ich hoffe jemand kennt sich aus und kann mir helfen,

freue mich hier gelandet zu sein,

bis bald

Carl

Re: Vorsicht, Neuling! (ROST)

Verfasst: 28. September 2026, 15:28
von BabuschkasEnkel
Hallo Carl,
retten kann man fast alles!
Du schreibst, du hast noch nie geschweißt - für dieses Auto keine zu gute Voraussetzung...
Wenn du damit leben kannst, dass du erstmal keinen Lada fährst, sondern erstmal einen Lada restaurierst, geht das sicherlich.
Der Prüfer muss da an einigem vorbeigesehen haben, das sind Dinge, die auch 12/24 schon erkennbar gewesen sein müssen.

Schön zu bearbeitendes Blech gibt es bei Stöcker Metall, DC04 in der praktischen 2m² Tafel per Paketversand.
Vllt gibt es auch fertige Bleche bei LadaPower, lada24.sk,...
Schweißverfahren wären MAG und evtl örtlich auch WIG.
Blechbearbeitung ist kein Hexenwerk, aber kein ganz leichtes Handwerk. Youtube hat da einige Perlen zu bieten, es gibt gute deutschsprachige Videos von der Fahrzeugakademie, auf englisch kann ich Karl Fisher/Make It Kustom aus Canada empfehlen, aber auch den Kanal BAMF (Be a metal fabricator). Gibt natürlich noch viel mehr, auch viel wo es weniger um "Unterricht" geht, man aber dennoch viel lernen kann, z.B. Stout Metalcraft.

Re: Vorsicht, Neuling! (ROST)

Verfasst: 28. September 2026, 15:45
von schisser
Moin,
sicher ist der zu retten. Daran kann man bei genug Willen und Geschicklichkeit auch schweisen lernen. Wie BabuschkasEnkel schon schrieb heist das auch das dauert. Zumal nicht damit zu rechnen ist das da nicht noch mehr ist.

Re: Vorsicht, Neuling! (ROST)

Verfasst: 28. September 2026, 16:59
von Bronx.1965
Ein perfekter Blender. Ansonsten wurde ja schon treffend kommentiert. Dem kann ich mich nur anschließen. Aber da geht Arbeit und jede Menge Zeit rein. Wenn man es selbst macht. Wenn nicht kommt der Punkt "jede Menge Geld" noch hinzu.

Re: Vorsicht, Neuling! (ROST)

Verfasst: 28. September 2026, 17:35
von BabuschkasEnkel
Absoluter Blender!
Bitte auch bedenken, dass evtl nicht alle Arbeiten "in einer Aufspannung" auf der Hebebühne machbar sind. Das ist dann noch einige Kreativität und Werstattyoga nötig.
Und keinen "Speedy-Gonzales-Auftrag" bekommen, weil plötzlich der Platz anderweitig gebraucht wird. Rechtzeitig viel Zeit planen, wird eh noch mehr. Ordentlich gemacht hält das dann aber noch einmal so lange, wie der Wagen schon alt ist...

Re: Vorsicht, Neuling! (ROST)

Verfasst: 28. September 2026, 17:48
von michaniva
Ich bezweifle ganz einfach mal das der Unterboden überhaupt zum gezeigten Auto gehört. Moldauische Kennzeichen, fotografiert in Rumänien und verkaufen in Berlin, eine geile Kombination.
Da unten ist ja nun wirklich alles im Arsch! Auch wenn der Verkäufer ein bis zwei Nullen am Preis streichen würde, wäre das meiner Meinung nach immer noch zuviel.


Grüße Micha

Re: Vorsicht, Neuling! (ROST)

Verfasst: 28. September 2026, 23:00
von BabuschkasEnkel
michaniva hat geschrieben: 28. September 2026, 17:48 Ich bezweifle ganz einfach mal das der Unterboden überhaupt zum gezeigten Auto gehört.
Aber warum dann den Rost zeigen und erwähnen? Auch wenn die Erwähnung stark geschönt ist...

michaniva hat geschrieben: 28. September 2026, 17:48 Moldauische Kennzeichen, fotografiert in Rumänien und verkaufen in Berlin, eine geile Kombination.
Ja, unsympathisch.
Witzig ist, dass die Verpixelung der kennzeichen bei Kleinanzeigen in der Vorschau teilweise nicht gezeigt wird, in der App und in der "großen" Ansicht teilweise aber schon. Das ist aber wohl ein Problem bei Kleinanzeigen... Hauptsache man bekommt jetzt beim Start der App ewig einen blöden Startbildschirm gezeigt, der Rest kann ja ruhig schlecht sein pl,,
michaniva hat geschrieben: 28. September 2026, 17:48 Da unten ist ja nun wirklich alles im Arsch! Auch wenn der Verkäufer ein bis zwei Nullen am Preis streichen würde, wäre das meiner Meinung nach immer noch zuviel.
Ich kenne jetzt da die Marktlage zu schlecht um zum Preis etwas wirklich gehaltvolles sagen zu können, vermute aber, dass da unwesentlich teurer wesentlich bessere Fahrzeuge existeren...

Re: Vorsicht, Neuling! (ROST)

Verfasst: 29. September 2026, 08:34
von beckerlaisa
Hallo Carl,

diese Anzeige kann ich nicht ernst nehmen, es passt nichts zusammen. Sowas hätte ich früher bei Eduard Zimmermann als Vorschlag zur Warnung vor Neppern, Schleppern und Bauernfängern eingereicht.

Grüße,

Mathias

Re: Vorsicht, Neuling! (ROST)

Verfasst: 29. September 2026, 11:01
von Balkansmoking
Hallo Carl,
aus welcher Ecke kommst du? In Brandis bei Leipzig gibt es jemand, der hat sich auf Autos aus dem Ostblock und andere Oldtimer spezialisiert.
https://genex.de/

Re: Vorsicht, Neuling! (ROST)

Verfasst: 29. September 2026, 11:01
von Murphy
Ich habe bisher die Erfahrung gemacht, das es oft besser ist, wenn man beim Kauf eines Autos evtl. etwas mehr investiert als um jeden Preis zu sparen. Das vermeintliche Gesparte steckt an dann 3-4 x in die ach so günstig gekaufte Kiste wieder
rein.....
Und wenn es mit dem eigenen Fachwissen nicht soweit her
ist, dann auf jeden Fall jemanden mitnehmen der eine gute Rostnase hat und auch zwei Augen hat , die Blätterteig
Entdecken können!!! 8)

Re: Vorsicht, Neuling! (ROST)

Verfasst: 29. September 2026, 12:33
von BabuschkasEnkel
Am Unterboden haben wir ja meist relativ dicke, starre Beschichtung, die den Rost lange versteckt.
Hier mal zwei Bildbeispiele von meiner Heckklappe und die Einschätzung/Beurteilung:
IMG_20260929_122228.jpg
Über der Scheibenwischerachse ist praktisch kein Blech auf einer Fläche von 3cm hoch und 13cm breit. Der Lack und die Schicht Bauernblind auf dem Lack halten die Rostblätter beisammen.
IMG_20260929_122248.jpg
Ein Loch sollte zu sehen sein, ein zweites unter der Dichtung ist mit Spachtel zugedrückt (ja, das war ich um Regeneinbruch vorerst zu bremsen). Das was erhaben aussieht ist Blätterteig und nach dessen Entfernung wird da nichts mehr sein.

Sowas lässt sich instandsetzen, zunächst mit einer Grobreinigungsscheibe um den Rost herum die Farbe entfernen um die unterwandernden Rostadern zu erkennen.
Dann ist die Frage ob es besser ist erst das Ersatzblech zu formen oder erst den Blattrost wegzunehmen und dann das Ersatzteil zu modellieren. Geschnitten wird nur im gesunden Material, deshalb das Reperaturteil nicht zu klein bemessen. Aber auch nicht zu groß, sonst muss zu viel Blech verformt werden.
An einer Heckklappe würde es nur Sinn machen, wenn das eine oder zwei solche Stellen sind, in diesem Fall hilft nur Totalersatz - es wären 5 Bleche zu machen, plus noch die Dämpferaufnahmen.

Re: Vorsicht, Neuling! (ROST)

Verfasst: 29. September 2026, 20:59
von nadamefaltara
Der gezeigte 2103 wurde nun oft besprochen und ich kann dem auch nur zustimmen: Finger weg.
Ich fuhr bis letzten Herbst 21013 und sag dir, überlege gut, ob du sowas als Alltagserstauto fahren möchtest.
Wie wäre es mit einem 2106/2107 neueren Baujahrs in gutem Zustand, der eventuell besser für den Alltag geeignet ist?!
2103 sind m.E. die teuersten Shigulis, weil nach 2101 am beliebtesten. Vielleicht tut es für den Alltag auch ein Vesta und ein Oldie für nebenbei?
Ohne Schraubererfahrung würde ich mir so einen Oldtimer nicht ans Bein binden, außer du hast wie ich einen fähigen KFZler im Bekanntenkreis, der bereit ist, sich um deinen Wagen zu kümmern.
Viel Glück bei der Suche!