upjumps hat geschrieben:
Was macht man da? Aufbohren neues Gewinde schneiden und gut?
3 Stunden klingen doch gar net so schlecht.
Zu der Schraube:
Ich würde sicherstellen, dass das Blechteil seine Lage nicht verändert und mit einem Bohrer, der genau in die Bohrung des Blechs passt und sich darin zentriert, kurz anbohren (ca 0,5mm tief). Nun hast Du durch die Spitze des Bohrers eine leichte Zentrierung, die mit einem 2,5er oder 3er genau in Flucht der Schraube fortgestzt werden sollte. Nun arbeitest Du dich in 0,5mm Schritten bis an den Kerndurchmesser der Schraube (bei M6 sind das 5mm) heran. Wenn Du sauber gearbeitet hast, kannst Du mit Glück jetzt mit so einem "hook and pick set" von Matthies, KStools,... die Gewindegänge herausprökeln. Ansonsten nimmst du einen guten Einschnitt-Maschinengewindebohrer für Sacklöcher (Spanabfuhr ist nur bei denen gewährleistet, die anderen pressen die Späne hinten im Loch zusammen) und schneidest die Gewindegänge raus. Das Originalgewinde sollte diese Prozedur gut überstehen, alternativ Gewinde mit wegbohren und HeliCoil, BärCoil oder V-Coil einsetzen.
Ich mache soetwas auf der Arbeit 2-3 mal pro Woche, Luxus ist es das Bauteil mit der abgerissenen Schraube schön auf einer Säulenbohrmaschine oder noch schöner auf der Fräse aufzuspannen, aber auch Freihändig geht das recht gut. Die recht weichen Schrauben, die Lada verwendet sind aber auch angenehmer auszubohren als irgendwelche hochfesten Stehbolzen aus Alu-Zylinderköpfen - da kann man schon mal verzweifeln.
Und vergiss bitte die Linksdreher (Schweineschwänze), wenn so einer erst in der Schraube steckt hast Du richtig Party
Was dagegen sehr gut geht, sind richtige Linksbohrer, also normale Spiralbohrer nur andersherum, die nehmen gern kurz voch Schluss den Schraubenrest und drehen ihn mit raus. Auch haken sie beim Wegbohren eines Gewindes nicht in die Gewindegänge