TAG 4:
Die Nacht blieb trocken, doch auch wieder Frostfrei.
Beim Frühstück donnertsen schon längst wieder Holzlkw vorbei. Wir mussten zuerst wieder durch den Bach um die Eispiste zu erreichen.
Die Fahrspur gut eben, also gabs keine Probleme.
Bald setzte Nieseln ein, der Weg anfangs teils noch bissl steinig, später dann nur noch dickes Eis.
Noch kaltes (= hartes) Eis mit Regen darauf, viel was Rutschigeres gibts nimmer
Immer wieder schlenkerten die Hinterteile aller Autos herum, doch alles gut kontrollierbar.
Ich möchte kurz Ausschweifen, ein trauriges Thema doch gehört nun mal sichtlich auch zu dieser Tour.
Am wertvollen Nadelwald der Karpaten wird in der Ukraine (wie auch sienen Nachbarländern) schon lange Raubbau betrieben. Doch seit dem der Krieg Unsummen verschlingt und die neue Regierung an der Macht wird hat sich die illegale Abholzung mehr als verdoppelt. Vom hohen Niveau ausgehend sind das jetzt äußerst katastrophale Zustände.
Einerseits wird flächenmäsig viel zu schnell viel zu viel abgeholzt was eine Wiederaufforstung erheblich verzögert, zusätzlich wird auf die Topographie keine Rücksicht genomen. Egal wie steil, egal wie schützend und stabiliserend, es wird stets Alles abgeholzt. Nicht weil die Holzfäller es nicht besser wüssten, ihre Bezahlng ist schlicht so sachlecht das sie sdtändig gegen die Zeit kämpfen und so keine Rücksicht nehmen können. Romi hat zwei Mal Holzfäller auf seinem freien Beifahrerplatz in die nächsten Ortschaften mitgenommen und auch sonst kamen wir ins Gespräch. Keiner der Männer die hier von Sonnenaufgang bis ins Dunkle hinein bei jedem Wetter ohne jeglichem Schutzgewand mit schlechtem Material arbeiten findet gut was mit ihrer Heimat passiert. Den Mneschen ist natürlich voll bewusst das sie den Wald benötigen, in vielerlei Hinsicht. Doch es git keine Wahl. Einzige Möglichkeit hier und jetzt halbwegs eine Familie ernähren zu können ist billigst Holz für den illegalen Export zu fällen. Eine sehr traurige Situation, im hier und kommt nicht bald ein Stopp auch für viele folgende Generationen. Was passieren kann wenn der Mensch mal wieder handelt wie er scheinbar immer wieder muß, sieht man inzwischen auf allen Kontinenten. Sind regionale Kipppunkte überschritten gibts kein Zurück, Waldklima ist verloren ud bleibt es auch. Mittelmeerraum könnte noch dicht bewaldet sein, ebenso große Teile Südamerikas, quasi ganz Zentralasien, England. All diese Beispiel haben gemeinsam das eine natürliche Wiederauforstung wegen der enormen Geschwindigkeit in der riesige Flächen gerodet wurden unmöglich wurde. Es gibt in Asien nachweislich Gebiete die nun bereits seit knapp 4000 Jahren irreversibel abgeholzt wurden.
Bitte kauft kein Holz aus der Ukraine, leider ist dies aber so gut wie nie als solches deklariert...
Nur die engsten Stellen des Tales sind hier noch bewaldet, hier ein paar schöne Eisfälle.
Der Weg ist meist gerade so breit wioe für die LKW zwingend nötig und nur grob angelegt. Beim nächsten Hochwasser muss eh wieder Alles neu angeschüttet werden.
Mit einem geringen Vedrlust an Ausbeute sowie teilweise etwas mehr Zeitaufwand könnten zumindest wichtige Schutzwaldstreifen bestehen bleiben. Doch dies bringt "erst" in der nächsten Saison und dann für viele Jahrzehnte hinweg immense Vorteile also nicht passend. Typisch Mensch, kurz einen kleinen Vorteil zu haben wird immer wieder Erhalt und Steigerung von grundlegenden dauerhaften Vorteilen vorgezogen.
So genug, zurück zum Fahrspaß den wir trotz der teils triesten Umgebung hatten.
Das nasse Eis hatte einige Rillen duch Schmezwasser und das ständige Befahren durch die LKW...
Immer wieder große Holzumladestellen, keine ohne regem Betrieb.
Der gute Wille wäre vorhanden, doch leider sieht man das nur in mikrigen Ausmaß.
So gut wie jeder LKW hier war mal vom Militär, ebenso diese "Wohnanhänger, welche wir alleine heute zu dutzenden sahen. Strom ist bis tief ins Tal vorhanden, somit auch auf fast jeder Hütte eine Satschüssel.
Dieses Foto machte Thomas... dumpfe Vorahnung oder purer Zufall? Keine zwei Stunden später sollte sein Toyota ähnlich aussehen...
Alle Arbeiter reagierten Freundlich auf uns und machten uns rasch Platz wenn nötig.
They must have steel eggs! Sagte wohl jeder von uns mal... ja, Eier aus Stahl sind nötig um auf diesen engen abschüssigen eisigen Wegen völlig überladene ausrangierte LKW auf abgefahrenen rissigen Reifen zu fahren. Ein kleiner Fahrfehler, Gegenverkehr an der falschen Stell, Steinschlag,... es gibt unzählige Risikien die allesamt die letzte fahrt bedeuten können. Dessen sind sich die Fahrer auch sichtlich bewusst. Als wir später den engen Weg blockierten wollte ich einem Fahrer als Dank für sein äußerst geduldiges Warten Bier für am Feierabend anbieten, doch auch da trinkt er sicherheitshalber keinerlei Alkohol.
Die meisten LKW fahren ganz ohne Ketten, ein paar haben zumindest an einer Antriebsachse, jedoch reine Antirebsketten. Seitenhalt bieten diese keine, rutschen die vielen Tonnen erst einmal seitlich bleibt nur zu hoffen das Steine im Eis abbremsen.
Querung einer Gaspipeline:
Anspruchvolles Fahren...
... für Fahrer und Fahrwerk.
Nicht immer beim ersten Versuch, doch wir meisterten alle Hindernisse...
... bis hier. Ein LKW fuhr weiter hinten gleich vollbeladen los, also mussten wir so wie erst mal zurück um Platz zu machen. Zuerst aber noch die Zeit genutzt um zu sehen ob diese Stelle machbar ist...
Machbar sicher, aber nur mit händischer Vorarbeit und/ oder Windeneinsatz, in jeden Fall kostet es Zeit. Dahinter wurde weiter Holz mit Raupen ins Tal gezogen, Holz kreuz und quer wohin man sieht.
Regen setzte ein, wir schon einige Zeit unterwegs...
... Gruppenabstimmung ergab: Umdrehen!
Hier wendeten wir, denn der LKW war schon knapp hinter uns...
Kaum vom breiten Umschlagplatz wieder am schmalen Weg brach beim 54345145 Loch an diesem Tag die rechte hintere Blattfeder. Ärgerlicher Weise direkt an der Achse, also an der dicksten Stelle.
Glatter Bruch durch alle Lagen, wobei mind. drei schon vorbeschädigt gewesen sein dürften:
So konnte Thoma skeinen Meter fahren, das Rad schleifte völlig im Radhaus. Hinter uns ein voller Holz- LKW, vor uns ein zweiter gearde kommend. Tief im engen Tal, Hoilfe bräuchte Ewig hier her und so wie so kein Handyempfang. Eine schnelle Lösung musste her.
Zuerst Toyoate per Luftbalg angehoben. Nicht so einfach auf schräger Eisfläche bei inzwischem starken Regen und zwei Grad

Als nächstes Ache angehoben und Rad abmontiert. Holz gesucht und mit Motorsäge zurecht geformt. Dieses Holzstück dann mittels Kunststoffseil und Spanngurt möglichst Lagesicher zwischen Rahmen und Achse fixiert.
So konnte Thomas nach ca. 90 Minuen wieder weiter fahren, wenn auch sehr rumpelig. So rumpelig das die hintere rechte Seitenverglasung nach wenigen Kilometer in Kriechgeschwindigkeit plötzlich zerbrach.
Bevor wir weiter konnten musste abwer der entgegekommende leere LKW erst mal Platz für uns und den vollen LKW hinter uns Platz machen. Beim fünften Versuch konnte er den tiefen eisigen Spurrinenn entkommen und mit viel Schwung und Vollgas auf einen Hang ausweichen.
Möglichst vorsichtig und langsam meisterte Thomas die jetzt ewig lang vorkommende Fahrt aus dem Tal raus.
Wir machten einen kurzen Essensstopp, doch das Wetter war nicht sehr einladent.
Alte Lederjacken, zum Teil aber auch Daunenjacken tragen die Arbeiter, und das bei dem Regen.
Michaels Niva hebt sein Beinchen... gehört sich eigentlich gar nicht für die Niva
In der ersten größeren Ortschaft hat Romi prompt eine Werkstatt gefunden, um sieben Abends auch hier keine Selbstverständlichkeit, sofort wurde zu arbeiten begonnen. Dank Thomas haben wir diese Nacht in einem trockenen und sehr warmen Holzhäuchen statt den nassen Zelten im Regen verbracht. Damit war heute niemand unglücklich
Misha war diesmal leider nicht dabei, so freuten wir uns auch sehr heute bekocht zu werden. Mit heimischen Spezialitäten wie zB guter
Borschtsch.
Nach Zehn kam der ersehnte Anruf, Toyota ist fertig. Abgeholt wurde er aber erst morgen früh, dafür noch bis spät getratscht und das eine oder andere Getränk getrunken.
Ansich ein feudales Anwesen in dem wir hier hausten..
... jedoch haben wir die Sauna nur zum trockenen stinkender Schuhe genutzt
Endlich, eine Karpatenbärensichtung:
gute Nacht, Morgen kommt bald...
Niva 1600 2121-1 Bj.86, R.I.P. / Kalina 1400 1117 Bj. 11, ca.185tkm / Wachsam sein tut weh ohne Tatendrang